Schlemmerfest

Achter Poetry Slam am Gymnasium Wilnsdorf

Der diesjährige Poetry Slam wurde von dem Literaturkurs der Jahrgangsstufe 11 unseres Gymnasiums unter der Leitung von Günter Wirtz veranstaltet. Dem Motto gemäß servierten die dreizehn Nachwuchspoeten den etwa hundert Zuschauern literarische Gaumenfreuden, die mit Humor, Sozialkritik und Poesie gewürzt waren. Nina Berg und Fabian Albrecht führten als Moderatoren vor etwa hundert Zuschauern auf unterhaltsame Weise durch das Programm.

Das literarische Menü eröffneten Leander Bald und Jonas Treptow, die in Rap-Manier die hirnlose Schlemmerkultur der USA aufs Korn nahmen. Elâ Mabel Türkyilmaz erzählte anschließend von lustigen Begegnungen während einer Busfahrt. Einen „Einblick in den schwarzen Nimbus des eigenen Kopfes vor dem PC“ gewährte Jonas Schulte-Nienhaus. Dabei führte er skurrile Gedankenexperimente über Zahlen durch und spekulierte über die Frage, ob Berliner, die Berliner essen, zu Kannibalen gezählt werden müssen. Um Veganer und Fastfood-Junkies ging es in dem witzigen Reimduett von João-Miguel Uamusse und Philipp Zarmutek, die zudem mit einer Slapstick-Einlage glänzten. Prokrastination, das Aufschieben unangenehm empfundener Arbeit, war das Thema von Amy Harmgarth, das sie auf sehr amüsante Weise präsentierte. Mit einer ironischen Aufforderung zum Lügen, die in einem Plädoyer für das Ehrlich-Sein endete, setzte Andrej Huber den Reigen der Vorträge fort und stellte zugleich seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis. In einer gelungenen Mischung aus Ernst und Komik gab Julia Paulisch als siebte Rednerin einen engagiert vorgetragenen Einblick in die Vor- und Nachteile des Klein-Seins. Bianca Schäfer von der Realschule am Oberen Schloss entführte die Zuhörer in die spannende Welt eines Rollenspiels. Bei Marshall Damian Schulte-Nienhaus vom Berufskolleg in Siegen ging es um die Frage, was Stark-Sein bedeutet. Sie mündete in der abschließenden Antwort: „Du bist stark, wenn du du selbst bist.“ Anschließend dichtete Felix Edelmann unter anderem über die „Fleischeslust“ bei Grillfreunden. Den Abschluss der ersten Runde machte Marcel Redemske mit einer poetisch-philosophischen Geschichte, in der es um einen Menschen geht, der um sein verlorenes Eden trauert. Sie endet mit dem Bild, neue Blumen zu pflanzen, um das Paradies wiedererstehen zu lassen.

Mit Äpfelaufklebern entschieden die fünfzehn Kampfrichter, wer ins Finale kommen sollte. Amy Harmgarth, Andrej Huber und das Poeten-Duo Leander Bald und Jonas Treptow durften ein weiteres Mal auf die Bühne treten. Das gesamte Publikum entschied und so landeten Leander und Jonas auf Platz 3, Amy errang den zweiten Platz und als Sieger des Abends wurde Andrej gekürt. Er verewigte sich per Unterschrift auf dem begehrten Slam-Wanderpokal, den er nun bis zum nächsten Slam behalten darf. Die drei Finalisten erhielten Gutscheine vom Förderverein, der die Veranstaltung schon sein acht Jahren komplett finanziert. Der Förderverein war es auch, der Moderatoren und Slammer nach der Veranstaltung zu einem richtigen „Schlemmerfest“ in einen Gasthof einlud.

von Günter Wirtz