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Paris 2013, ein einmaliges Erlebnis!

Die Maßstäbe dieser multikulturellen Stadt zu fassen fällt schwer, vor allem uns „Landeiern“.
Nicht verwunderlich also, wenn einem beim ersten Blick aus der Metrostation die Kinnlade herunterklappt. Wirkten das Hotel und dessen Umgebung noch überschaubar, wird man förmlich von der unglaublichen Weite der Stadt erdrückt, die eine ganz besondere, nicht zu beschreibende Stimmung vermittelt. Bei der Besichtigung der Notre-Dame, des Louvres und des Palais Royal am ersten Tag verdichtet sich das beeindruckende und schier überwältigende Gefühl einer Stadt, die den kleinen Siegerländer beinahe zu verschlucken droht, doch Paris kann auch anders! „La Grande Arche“, für mich das beeindruckendste Bauwerk von ganz Paris, bildet den überwältigenden Höhepunkt der Kaufhaus- und Bankenwelt „La Défense“, die von den gläsernen Spitzen ihrer ultramodernen Wolkenkratzer umrissen wird. Doch auch hier wird man, geht man beispielsweise durch die Grande Arche, immer wieder auf weniger moderne und pompöse Seiten von Paris stoßen. Generell gilt, wer in der frei zur Verfügung stehenden Zeit den Mut und das Interesse hat, eine etwas andere Seite der französischen Hauptstadt zu erkunden, dem sei geraten, per Metro oder zu Fuß einige Schritte hinter die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu wagen. Abgesehen von den etwas günstigeren Preisen für Speis und Trank lassen sich hier Eindrücke sammeln, ohne die man nicht behaupten kann, Paris erlebt zu haben. Jede Sehenswürdigkeit ist auf ihre Art und Weise imponierend, doch auch kleine Gässchen, Spazierwege und abgelegene Gegenden vermitteln einen eigenen Eindruck über die Stadt. Wer doch mehr Interesse am Ausgeben seines Ersparten hat, bitte, die zahlreichen Kaufhäuser bieten hierzu ausreichend Gelegenheit.

Zu versprechen ist, dass weder das Hôtel de Ville, noch das Centre Pompidou und schon gar nicht der Eiffelturm enttäuschen werden. Unglaublich groß, imponierend und beeindruckend kommen auch diese Monumente daher. Wer genug Zeit hat, sollte die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten zu Fuß machen. Trotz ihrer zahlreichen Vorzüge erhält man mit der Metro doch keinen wirklichen Gesamtüberblick über die wahre Größe der Hauptstadt der Franzosen.

Auch lohnt sich ungemein eine Durchquerung der Champs-Élysées. Wer ihr folgt, wird abseits der Touristenplätze unterhalb der „Défense“ ruhigere Plätze und Wege finden, die aber keinesfalls weniger sehenswert wären. Entlang dieser Straße, die einen zwangsläufig zum Arc de Triomphe und dann zum Louvre führt, kann man vieles über Paris erfahren, was man in keinem Touristenführer nachschlagen kann.

Unumstößlich wie das helle Funkeln des Eiffelturms zu jeder vollen Stunde nach Einbruch der Dämmerung ist wohl auch die Tatsache, dass sich Paris mit jeder weiteren Metrofahrt, jeder Besichtigung und jedem Einkaufsbummel als Stadt der Extreme entpuppt. Es geht ums Geld, was oftmals mehr als ungleichmäßig verteilt scheint, sieht man doch neben exquisiten Modeläden Frierende, nur in Decken gehüllt, vor jeder prachtvoll schillernden Sehenswürdigkeit Bettelnde ohne Hab und Gut, und in jeder Fastfoodkette, in der sich „Touris“ den Bauch vollschlagen, Hungernde, die möglicherweise den ganzen Tag noch nichts gegessen haben.
Berührende Bilder, und wer sich nicht komplett vor ihnen verschließt, lernt möglicherweise unseren Lebenskomfort etwas mehr zu schätzen. Nun gut, diese gesteigerte Wertschätzung bei der Heimkehr wird wohl auch den minimalistischen Badezimmern, von uns liebevoll Klusche (Klo-Dusche) genannt, im Hotel geschuldet sein, doch man lernt, sich auch mit diesen zu arrangieren!

Ehe man sichs versieht, steht man vor der Basilika Montmartre, wenn möglich sollte man hier unbedingt einmal an einem Gottesdienst teilnehmen, allein akustisch ein Erlebnis.
Doch leider ist diese letzte Besichtigung einer Sehenswürdigkeit, wobei Paris an sich als eine einzige „Sehenswürdigkeit“ bezeichnet werden darf, ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Ende des Aufenthalts naht. Zu diesem Zeitpunkt sind die Koffer hoffentlich schon im Aufenthaltsraum des Hotels verstaut, der Reiseproviant eingekauft und die Zugtickets in Griffweite, sonst könnten logistische Probleme auftreten.
Doch bei aller Eigenverantwortung, dass der Gare du Nord auch mal zum Wartezimmer mutiert, kann nun wirklich nicht eingeplant werden. Pech nur, wenn man an diesem äußerst historischen, leider auch im selben Maße zugigen Bahnhof leichte Schwindelanfälle erleidet. Aufgrund mangelnder Sitzgelegenheiten bekommt man dann nämlich die Möglichkeit, den Sitzkomfort seines Koffers auf die Probe zu stellen. Dass man dann in den falschen Zug gedrängt wird, danke an die engagierten Schaffner, ist wohl alles ein unglücklicher Zufall, der wahrscheinlich nur alle 100 Jahre auftritt, also frühstens 2113 wieder, normalerweise verläuft das alles wohl wesentlich entspannter.
Schwamm drüber, auch solch ein von unglücklichen Nebenerscheinungen begleiteter Abschied kann nicht über die großartige Zeit hinwegtäuschen, die dieser Aufenthalt ohne Frage war.
Die Möglichkeit, Paris auf diese Art und Weise kennenzulernen, also nicht nur stur alle „Highlights“ abzuklappern, sondern aufgrund viel freier Zeit selbst einen Blick hinter die Kulissen dieser immer wachen Stadt werfen zu können, ist einmalig und sollte unbedingt genutzt werden.
Die Bewohner dieser europäischen Metropole beißen übrigens nicht, im Gegenteil, sie sind hilfsbereit und sozial. Ob in der hin und wieder ruckelnden Metro, im Aufzug oder auf der Straße, wer getreu dem Motto: „Solange die Einheimischen nicht nervös werden, werde ich es auch nicht!“ handelt, liegt selten falsch. Nur Mut!
Wenn man dann, nachdem man den Schlafmangel der letzten Tage wieder ausgeglichen hat, durch die Straßen Wilnsdorfs flaniert, so wird man sich wohl mit einem Schmunzeln im Gesicht daran erinnern, wie laut, lärmend und stressig einem dieses idyllische Dörfchen vor der Parisfahrt vorkam. Ein netter Nebeneffekt, den diese Fahrt mit sich bringt, die ich, an dieser Stelle kann ich höchstwahrscheinlich für die ganze Gruppe sprechen, sofort wiederholen würde, bekäme ich die Möglichkeit dazu.